Du hast Dir schon einmal vorgestellt, aus Scheiße Gold zu machen?

Einerseits gemeint im übertragenen Sinn: Mit Dingen, die die Welt eigentlich nicht braucht, sich ein goldenes Näschen zu verdienen. Andererseits, indem man diesen Spruch wörtlich nimmt und dass sich wirklich aus unappetitlichen Ausscheidungen Geld machen ließe.

Wenn Du jetzt denkst, das alles sei vollkommen an den Haaren herbeigezogen und könnte zudem ekelerregend werden, dann warte noch einen kurzen Moment ab. Denn ich möchte Dir heute interessante und kuriose Geschäftsideen aus aller Welt vorstellen, die vielleicht auch Dich inspirieren, von den Konventionen und ausgetretenen Pfaden abzuweichen.

Das Geschäft mit dem Geschäft

The Poop Emoji
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Die beiden Gründer Jaroslav Šimek und Alfred Tonner kamen Anfang 2013 auf die Idee, einen Shop für Tierkot zu eröffnen, nachdem einer der beiden Tschechen ein Paket mit Kot durch einen kleinen tschechischen Anbieter zugeschickt bekommen hatte. Inzwischen finden sich zahlreiche Internetanbieter, wenn man die Schlagwörter „Scheiße schenken“ in die Suchmaschine eingibt. Das Sortiment wurde natürlich mit den Jahren entsprechend erweitert. So kann der Kunde – neben dem von Anfang an beliebten Elefantendung – auch auf Lama-, Pferde- oder Kuhmist zurückgreifen. Bei manchen Anbietern kann man noch Größe oder Verpackungsart auswählen und Grußkarten beifügen. Legal scheint das lukrative Geschäft mit dem Geschäft übrigens zu sein, denn dieser delikate Service wird als Verkauf von Naturdünger bezeichnet und folgt den Normen und Gesetzen für den Umgang mit diesem.

Kannst Du mich riechen?

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Die folgende Geschäftsidee hat ebenfalls etwas mit (vielleicht ebenso unangenehmen) Gerüchen zu tun.

Die Anbieter von „Phromone Parties“ bewerben ihre Idee als „matchmaking experiment based on scent“. Und so soll es ablaufen: Die Partygäste bringen ein in einen Plastikbeutel verpacktes T-Shirt mit, welches sie zuvor drei Nächte lang getragen haben. Die Plastiktüten werden dann mit Nummern beschriftet und mit der Farbe Blau für Männer und Pink für Frauen markiert. Alle Tüten werden auf einem Tisch platziert und die Gäste können während der Party schnuppern, was das Zeug hält. Findet eine Person einen Duft angenehm und anziehend, wird ein Foto mit diesem Beutel gemacht, das später auf eine Leinwand projiziert wird. Der oder die Auserwählte kann dann entscheiden, ob er mit der fotografierten Person Kontakt aufnimmt oder nicht. Tinder einmal anders – eine witzige Idee, die es aus Brooklyn nach Los Angeles und mittlerweile in die ganze Welt geschafft hat.

Eine süße Versuchung

Pink icing wallpaper.
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Weiter geht es nun aber mit einem Wohlgenuss, zu dem niemand Nein sagt: Süßigkeiten. Genauer gesagt handelt es sich um die leckersten Naschereien aus aller Welt. Der Berliner Alexis Agné bietet sowohl in seinem Laden in Berlin als auch über seinen Onlineshop „Sugafari“ über 1000 Sorten Süßwaren an. Die meisten hat er selbst schon probiert und auf seinen vielen Reisen entdeckt. Von amerikanischem Naschzeug mit Erdnussbutter und künstlichen Geschmacksrichtungen wie Zuckerwatte oder Kaugummi bis zu asiatischen Köstlichkeiten, die sehr klein und niedlich verpackt sind, findet sich alles, was das Naschkatzenherz begehrt. Warum nicht persönliche Leidenschaften (oder Laster) und Business miteinander verbinden?

Kuscheln weltweit

The Farewell
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Weil wir gerade schon international unterwegs sind, kommt hier eine wirklich verrückte Geschäftsidee: Unagi Travel Tokyo. Warum nicht mal Teddy, Äffchen und Co. auf Reisen schicken, damit sie etwas erleben und Urlaub machen können? Der zuhausegebliebene Kuscheltierbesitzer bekommt dann Fotos von den reisenden (und sich wohl amüsierenden) Plüschtierchen zugesendet, die gerade ihr Essen zu sich nehmen, Sightseeing oder gar Stand-up Paddeling betreiben oder im Hotel einchecken. Auch diese Idee verbreitete sich rasend schnell, sodass sich Kuscheltierreiseagenturen in der ganzen Welt entwickelten. Sicherlich klingt die Vorstellung auf den ersten Blick bizarr – dennoch hat sie eine sehr schöne Intention: Nämlich den Menschen, die zu Hause bleiben (müssen), Freude zu schenken und ihnen durch die Plüschtouristen Grüße aus der weiten Welt zu übermitteln.

Zeit ist Geld?

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Apropos Freude schenken: Geschäftsideen müssen nicht immer nur auf den großen Kommerz ausgelegt sein. Das beweist der gebürtige Moskauer Meetin, der mit seiner Idee ein wunderbares Konzept für seine Mitbürger geschaffen hat und inzwischen neun Cafés dieser Art in Russland und jeweils eines in Kiew und London betreibt. Dort zahlt man nicht für Speisen und Getränke, die sind nämlich umsonst, sondern für die Zeit, die man im „Café Ziferblat“ verbringt. So kostet eine Minute Aufenthalt in London drei Pence, das sind circa 2,20 Euro die Stunde. Hier geht es nicht um den Konsum, sondern darum, dass Menschen Zeit miteinander verbringen und verweilen können, ohne ständig gefragt zu werden, was sie noch trinken möchten. Kellner sucht man in diesem Café sowieso vergebens, da sich jeder einfach selbst bedienen darf oder auch eigene Speisen mitbringen kann. Wer würde sich nicht auch so ein Café in seiner Stadt wünschen?

Fazit

Diese kuriosen, lustigen und vielleicht auch verrückten Geschäftsideen beweisen: Nichts ist unmöglich. Auch wenn sich vieles erst einmal komisch oder nicht umsetzbar anhört, kann es doch funktionieren. Dabei kommt es natürlich auf das richtige Timing, die passende Zielgruppe und den vorhandenen Markt an. Eines ist sicher: Sobald eine Idee ein so großes mediales Interesse auslöst, wie die von mir beschriebenen Kuriositäten, und von den Medien oder Konkurrenten als „verrückt“ betitelt werden, hat man es eigentlich schon geschafft.

Lass doch auch einfach mal Deinen Ideen freien Lauf und erstelle vielleicht eine Skizze, Mindmap oder ein Visionboard. Mir persönlich kommen die besten (und manchmal unsinnigsten) Ideen im Gespräch mit Freunden bei ein (oder zwei) Gläschen Wein. Und wenn es auch nur eine Schnapsidee bleibt – was hast Du zu verlieren?